NAA Aktuell

"Die NAA - eine tolle Sache"

Auch die dritte Nürtinger Automobil-Ausstellung kam bestens an

NÜRTINGEN (lejo). Die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt und die Nürtinger Automobil-Ausstellung (NAA) haben mehr gemeinsam, als man denkt. Die beiden Pkw-Präsentationen finden alle zwei Jahre statt, an den Standorten sind verschiedenste Automarken auf einem Fleck zu sehen und zeitgleich werden neueste Modelle vorgestellt. Und nicht nur am Main, auch am Neckar ist das Interesse groß.

Zugegeben, bei der NAA gab es nicht so viele Fahrzeuge zu sehen wie bei der IAA. Dafür ging es in Nürtingen alles viel heimeliger und familiärer zu und der Eintritt war frei. Auch waren die Wege nicht so weit wie in Frankfurt und alles fand unter freiem Himmel statt.

Auch wenn es am vergangenen Sonntag zeitweise bei der NAA regnete, schreckte das die Besucher nicht ab, zahlreich in die Innenstadt zu kommen. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, zehn renommierte Händler mit 16 Marken rund um die Kreuzkirche zu sehen, die alle zusammen mehr als 100 Modelle präsentieren? Bei der dritten Auflage der NAA gab es so viele Personenkraftwagen zu bewundern wie noch nie. Für jeden Geldbeutel war etwas mit dabei. Das günstigste Auto war für schlappe 8000 Euro zu haben, das teuerste kostete fast zehn Mal so viel. Darunter standen auffällig viele Fahrzeuge mit Erdgasantrieb, Brennstoffzellen- oder Hybridantrieb entlang der Kirchstraße. In Sachen Effizienz und Ökologie haben alle Hersteller ihre Hausaufgaben gemacht. Toll, dass einige Händler bereits aktuelle Modelle in Nürtingen stehen hatten, die erst aktuell auf der IAA vorgestellt wurden.

So zum Beispiel der Opel Insignia, den D-Automobile in der Farbe Mahagonibraun erstmals präsentierte. „Erdfarben sind schwer im Kommen“, wusste Verkäufer Timo Müllerschön zu berichten. Er zeigte sich angenehm überrascht, dass trotz des wechselhaften Wetters so viele Besucher auf der NAA vorbeischauten. Die hatten heuer, im Gegensatz zur Veranstaltung vor zwei Jahren, großes Interesse an den Themen CO2-Ausstoß und Schadstoffklasse.

Günter Schwaiger vom Autohaus Russ Jesinger freute sich indes über die vielen neuen Gesichter, die sich zum ersten Mal nach einem Smart und einem Mercedes-Benz erkundigten. „In der Fußgängerzone ist es für viele Autofahrer einfacher, sich unsere Modelle anzusehen als in unseren Präsentationsräumen. Auf der Straße gibt es keine Schwellenangst“, war sich der Verkäufer sicher, der auch das tolle Ambiente der Innenstadt für ein solches Event lobte.

Ebenfalls zum dritten Mal mit von der Partie war Ramsperger Automobile. 20 Fahrzeuge von Audi, Skoda und Volkswagen zeigten Betriebsleiter Siegfried Weihrauch und seine Kollegen den Interessenten. Die konnten nach Herzenslust Probe sitzen. Auch Kinder nutzten die Gelegenheit, einmal hinterm Steuer Platz zu nehmen. „Das sind unsere Kunden von morgen“, weiß der Verkäufer, der vom Familienwagen bis hin zum Geländefahrzeug alles mit dabei hatte.

„Die Leute schätzen den direkten Vergleich“, sagte Verkäufer Tim Hettich vom Autohaus Pieper, das Seat und Suzuki im Angebot hat. Er knüpfte am Sonntag „viele gute Kontakte“. Hettich ist zuversichtlich, dass der eine oder andere demnächst im Geschäft vorbeischaut, um ein neues Auto zu bestellen. Er weiß, dass die NAA einen guten Namen hat, weshalb die Interessenten auch von außerhalb der Stadtgrenze vorbeischauten.

Ein Händler kam sogar von außerhalb. Jürgen Schumacher vom gleichnamigen Autohaus hat seinen Hyundai-Firmensitz in Filderstadt. „Die Kunden sprechen uns an. Das ist eine ganz neue Erfahrung“, strahlte der Verkäufer übers ganze Gesicht. Kein Wunder, die südkoreanischen Autos gibt es in Nürtingen nicht zu kaufen. Deshalb war das Interesse an diesen Fahrzeugen am Sonntag groß. „Wir werden in zwei Jahren wieder mit dabei sein“, wusste Schumacher schon da.

Verkaufsberater Raimund Bihn vom Autohaus Briem freute sich indes „über die guten Gespräche“. Er war zuversichtlich, das eine oder andere Gesicht bald wieder bei einer Probefahrt in einem BMW oder einem Mini zu sehen. Das neue 4er Coupé hatte es leider nicht mehr rechtzeitig nach Nürtingen geschafft. Die Kunden musste Bihn auf später im Geschäft vertrösten. Die Informationen über den neuen Zweitürer gab es aber bereits im Vorfeld. Das komplette aktuelle Toyota-Programm gab es bei Andreas Goos zu sehen. Acht Fahrzeuge hatte der Geschäftsführer in der Fußgängerzone geparkt. Die Leute erkundigten sich über die Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge, inspizierten den Kofferraum, öffneten die Motorhaube und fragten nach Prospekten. „So viele Menschen bekommen wir an einem Tag im Geschäft nie zu sehen“, sagte Goos. Deshalb sei die NAA auch so wichtig für ihn.

Gerhard Roos vom Nissan-Autohaus Roos sah das genau so. Er ist in der glücklichen Lage, ein Auto für den kleinen Geldbeutel anzubieten. Der 68 PS starke Piko ist bereits für 7990 Euro zu haben, teilte er der Kundschaft mit. Natürlich hat er auch Fahrzeuge im Angebot, die für knapp 40 000 Euro zu haben sind. Danach fragten die Leute ebenfalls.

Manche hatten weite Anfahrtswege hinter sich, wusste der Fachmann, der auch während des zeitweiligen Regens zahlreiche Fragen beantworten musste. Die Marken Citroën und Peugeot gab es beim Autohaus Blaschke zu bewundern. Serviceassistentin Jutta Blaschke freute sich, dass die Leute, die vorbeischauten, „sehr interessiert“ waren. Einige hatten sogar einen Meterstab dabei, um die Größe des Kofferraums nachzumessen. Klar, wer sich ein Familienfahrzeug zulegen möchte, muss wissen, was er einmal laden kann. Die Motordaten sind dann nicht mehr so wichtig.

Das Autohaus Deininger hatte vorgesorgt und zur Unterstützung drei Experten aus dem Ford-Werk an den Neckar geholt. Zusammen mit der Stammbelegschaft des Nürtinger Unternehmens beantworteten sie alle Fragen rund um die ausgestellten Ford-Fahrzeuge. „Wenn jemand nach den Lieferzeiten fragt, ist das ein gutes Zeichen, dass der Kunde sich demnächst ein neues Auto kaufen möchte“, weiß Christoph Deininger, der seine Fahrzeuge gleich neben dem Ochsenbrunnen präsentierte.

Unterm Strich waren sich am späten Sonntagnachmittag alle Autohändler einig, dass die dritte NAA wieder eine tolle Sache war. Obwohl das Wetter nicht so glänzte wie die vergangenen beiden Male, kamen doch viele Interessierte in die Innenstadt, um sich Anregungen und Ideen für ihr nächstes „Heilig’s Blechle“ zu holen.